Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Reichweitenmessung zu.

Mehr Informationen

Aviäre Influenza (Vogelgrippe, Geflügelpest)

Aktuelles zur Aviären Influenza (AI)

Am 9.11.2022 hat die AGES einen Ausbruch von Geflügelpest in der Steiermark bestätigt: Bei mehreren Tieren (Hühnern und Gänsen) im Bezirk Graz-Umgebung wurde das Aviäre Influenza-Virus, Subtyp H5N1, nachgewiesen. Dieser Subtyp ist für Vögel hochpathogen (stark krankmachend) und führt oft zu vielen Todesfällen, besonders in Hausgeflügelbeständen. Im aktuellen Seuchengeschehen sind Erkrankungen nach Infektionen mit H5N1 in Europa beim Menschen bis jetzt nicht nachgewiesen worden.

Weiterführende Informationen zur aktuellen Situation in Österreich finden sich auf der AGES-Homepage: Aviäre Influenza

Aufgrund der erhöhten Einschleppungsgefahr von Aviärer Influenza durch z.B. Wild- und Zugvögel sind die weiter unten beschriebenen Präventionsmaßnahmen zur Erhöhung der Biosicherheit unbedingt einzuhalten. Die Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko finden Sie hier.

Anpassung der Risikogebiet 02.12.2021 Bild vergrößern

Schutz- und Überwachungszone in der Steiermark

Zonen Graz-Umgebung dunkelblau: Schutzzone; hellblau: Überwachungszone Bild vergrößern

Aufgrund des positiven Falles in Graz-Umgebung wurde eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet, die mindestens 30 Tage ab der vorläufigen Reinigung und Desinfektion des Ausbruchsbetriebes aufrecht bleiben.

Maßnahmen in der Schutz- und Überwachungszone:

Als Tierhalter:in muss man unter anderem für Folgendes sorgen:

  • Alle Personen, die den Betrieb betreten, müssen angemessene Biosicherheitsmaßnahmen (z.B.: Desinfektion an Ein- und Ausgängen der Stallungen) einhalten.
  • Alle Fahrzeuge, die den Betrieb anfahren oder verlassen, sind geeigneten Desinfektionsmaßnahmen zu unterziehen.
  • Sollte es zu einer erhöhten Sterblichkeit von Geflügel im Betrieb kommen, ist dies unmittelbar der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden.
  • Das gehaltene Geflügel ist so abzusondern (z.B.: in Ställen), dass es vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist.
  • Das Geflügel darf nur mit Genehmigung der Bezirksverwaltungsbehörde in einen Betrieb verbracht oder aus einem Betrieb entfernt werden.
  • Tierschauen, Wettbewerbe oder Messen mit Geflügel sind in diesen Zonen verboten.

Die genauen Bestimmungen sind der Geflügelpest-Verordnung 2007 zu entnehmen.

Generell sind Betriebe angehalten, besonders auf die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zu achten, wie beispielsweise die Fütterung in überdachten Bereichen. Jeglicher Kontakt zwischen Geflügel und Wildvögeln sollte unbedingt verhindert werden. Bei unklaren Gesundheitsproblemen in Geflügelbetrieben sollte unbedingt eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Für die Früherkennung der Tierkrankheit und die Vermeidung der Weiterverbreitung ist die verpflichtende Meldung von tot aufgefundenen wildlebenden Wasservögeln und Greifvögeln bei der lokal zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierarzt/Amtstierärztin) von großer Bedeutung.

Generelle Empfehlungen

Folgende Empfehlungen sollten zur Vorbeugung einer möglichen Einschleppung des Virus von allen Geflügelhaltern eingehalten werden:

  • Füttern Sie die Tiere unbedingt im Stall bzw. so, dass Wildvögel keinen Zugang zur Futterstelle haben und tränken Sie die Tiere mit Leitungswasser.
  • Futter und Einstreu sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.
  • Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung. Betreten Sie den Stall nicht mit Schuhen, die Sie draußen getragen haben und waschen Sie sich vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Auslaufs/Stalls die Hände.
  • Informieren Sie ihren Tierarzt oder Amtstierarzt, wenn Sie eine erhöhte Sterblichkeit bei ihren Tieren feststellen oder die Tiere krank wirken.

Weitere Informationen:

Aufgrund eines starken Anstiegs von Ausbrüchen von AI bei Wildvögeln in nordeuropäischen Staaten beginnend mit Oktober 2022 nimmt das Risiko für weitere Ausbrüche in Wildvögeln und im Geflügel durch den Zug von Wildvögeln auch in Durchzugsgebieten und Überwinterungsgewässern in Österreich stark zu. Die EU hat ihre Mitgliedsstaaten gewarnt und aufgefordert, die Überwachungs- und Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben zu verstärken. Diese Aufforderung wird durch die aktuelle Risikoeinschätzung der nationalen Experten der AGES unterstützt (Link zur aktuellen Risikoeinschätzung AGES, Stand 02.06.2022).

Die Geflügelpest, die bisher in Europa saisonal aufgetreten ist, wurde am 9. November 2022 auch in Österreich nachgewiesen.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigt den ersten Fall im Herbst 2022 in Österreich: In einer kleinen Tierhaltung in der Steiermark wurde Geflügelpest bei Hühnern und Gänsen diagnostiziert. Der Betrieb wurde gesperrt. Im aktuellen Seuchengeschehen sind Erkrankungen nach Infektionen mit H5N1 in Europa beim Menschen bis jetzt nicht nachgewiesen worden.

Der betroffene Betrieb in Österreich liegt im Bezirk Graz-Umgebung in einem bereits bestehenden Risikogebiet. Die Hühner und Gänse sind gestorben bzw. wurden unter behördlicher Aufsicht getötet.

Zuletzt trat die Geflügelpest im Frühjahr 2022 in Österreich auf, ebenfalls in einem Kleinbetrieb. Geflügelpest (Aviäre Influenza, „Vogelgrippe“) ist eine Erkrankung der Vögel, die durch Influenza A Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Der Subtyp H5N1, den die AGES nun nachgewiesen hat, ist für Vögel stark krankmachend und führt oft zu vielen Todesfällen, besonders in Hausgeflügelbeständen. Infektionen mit diesem H5N1-Subtyp sind in Europa beim Menschen bis jetzt nicht nachgewiesen worden.

Die Ausbreitung der Geflügelpest in Europa ist in den letzten Jahren gestiegen: Hochpathogene (krankmachende) aviäre Influenzaviren zirkulierten auch in den Sommermonaten in Wildvogelpopulationen. Durch den derzeitigen Herbstzug der Zugvögel auf verschiedenen Zugrouten kommt es zur Verbreitung des Virus in ganz Europa. Wildvögel erkranken teilweise nicht, können aber das Virus verbreiten. Bei der Weiterverbreitung spielen auch heimische Wildvögel, besonders Wasservögel, eine Rolle. Im heurigen Herbst wurde das Virus noch nicht bei heimischen Wildvögeln nachgewiesen, es ist aber nicht auszuschließen, dass Virus in der Wildvogelpopulation schon vorhanden ist.

Weiterführende Informationen zur aktuellen Situation in Österreich finden sich auf der AGES-Homepage: Aviäre Influenza

Einen wöchentlich aktualisierten Überblick über die Lage in Europa auf Basis der Tierseuchenmeldungen über das EU ADIS (Animal Disease Information System) findet sich hier.

Weitere Informationen über die aktuelle Lage und Risikoeinschätzung findet sich im Tierseuchenradar .

Was ist die Aviäre Influenza

Die Aviäre Influenza (Geflügelpest, Vogelgrippe) ist eine akute, hochansteckende, fieberhaft verlaufende Viruserkrankung der Vögel. Hochempfänglich für den Virus sind Hühner, Puten und zahlreiche wildlebende Vogelarten. Enten, Gänse und Tauben erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung. Nähere Informationen zur Krankheit siehe AGES.

Symptome bei Geflügel

Geflügelhalter sollten bei folgenden Symptomen an die Aviäre Influenza denken:

  • Massenerkrankung
  • Hohe Sterblichkeit bei Hühnervögeln
  • Schwere respiratorische Symptome (Atemnot)
  • Grünlich wässriger Durchfall
  • Blutungen an Innenorganen, Kammspitzen und Ständern
  • Ödeme (Anschwellung) im Kopfbereich
  • Ausgeprägter Rückgang der Legeleistung
  • Deutlich reduzierte Wasser- und Futteraufnahme
  • Mattigkeit
  • Fieber

Um bei diesen Symptomen Geflügelpest ausschließen zu können, ist die lokal zuständige Veterinärbehörde zu informieren. 

Präventionsmaßnahmen

  • Allgemeine Meldepflicht von tot aufgefundenen Wasser- und Greifvögeln bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde mit anschließender Untersuchung auf den Erreger der Geflügelpest
  • Anzeigepflicht von Verdachtsfällen bei Geflügel. Jeder Verdacht muss der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt gemeldet werden. 
  • Aktives Überwachungsprogramm beim Geflügel zur Früherkennung allfälliger Ausbrüche
  • Biosicherheitsmaßnahmen auf Betrieben zur Verhinderung der Einschleppung des Erregers

Behördliche Maßnahmen bei Ausbruch in einem Betrieb

  • Sperre des betroffenen Betriebes
  • Keulung aller empfänglichen Tiere im Seuchenbetrieb
  • Unschädliche Beseitigung der Tierkadaver
  • Etablierung einer Schutzzone (Mindestradius 3 km um den Seuchenbetrieb) und einer Überwachungszone (Mindestradius 10 km um den Seuchenbetrieb) und Untersuchung aller geflügelhaltenden Betriebe in den Zonen
  • Handelsrestriktionen

Gesetzliche Grundlagen zur Prävention, Überwachung und Bekämpfung

Weitere Informationen 

Krisenplan zur Bekämpfung der Geflügelpest (Login erforderlich)
Information - Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in privaten Haltungen Stand: Jänner 2020
Informationen der AGES zu Geflügelpest 

Geflügelpest-Verordnung 2007 (siehe insbesondere § 8 und § 9)

(zuletzt aktualisiert 10.11.2022)