Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Reichweitenmessung zu.

Mehr Informationen

Aviäre Influenza (Vogelgrippe, Geflügelpest)

Aktuelles zur Aviären Influenza (AI)

Am 25.11.2021 hat die Gesundheitsbeörde einen Fall von Geflügelpest in einer kleinen Hühnerhaltung in Fischamend (Niederösterreich) bestätigt. Die Hühner des betroffenen Betriebs sind gestorben bzw. wurden unter behördlicher Aufsicht getötet. Der Betrieb wurde gesperrt. Zuletzt trat die Geflügelpest im Frühjahr 2021 in Österreich auf, ebenfalls in einem Kleinbetrieb.

Um weitere Fälle zu vermeiden erlässt das Gesundheitsministerium, im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium, den Bundesländern und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Expertise der AGES, eine Stallpflicht für jene Betriebe die 350 und mehr Stück Geflügel in den Risikogebieten halten. Eine betreffende Verordnungsnovelle wurde seitens des Gesundheitsministeriums erlassen.

Geflügelpest-Verordnung 2007 (siehe insbesondere § 8 und § 9)

3. Novelle der Geflügelpest-Verordnung 2007, BGBl II/488 (Liste der betroffenen Bezirke und Gemeinden)

Achtung: Korrektur bei der Risikokarte mit 29.11.2021:

Anpassung der Risikogebiet 02.12.2021 Bild vergrößern


Aufgrund eines starken Anstiegs von Ausbrüchen von AI in Wildvögeln in nordeuropäischen Staaten beginnend mit Oktober 2021 nimmt das Risiko für weitere Ausbrüche in Wildvögeln und im Geflügel durch den derzeit stattfindenden Vogelzug auch in Durchzugsgebieten und Überwinterungsgewässern in Österreich stark zu. Die EU hat ihre Mitgliedsstaaten bereits gewarnt und aufgefordert, die Überwachungs- und Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben zu verstärken. Diese Aufforderung wird durch die aktuelle Risikoeinschätzung der nationalen Experten der AGES unterstützt (Link zur aktuellen Risikoeinschätzung AGES, Stand 8.11.2021).

Es wird Geflügelhaltern eine erhöhte  Aufmerksamkeit und die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung eines Eintrags der Seuche in den Bestand dringend empfohlen. Geflügelhaltern wird weiters empfohlen, die Biosicherheit in ihren Betrieben zu überprüfen und ggf. anzupassen. Direkte und indirekt Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.

Bei unklaren Gesundheitsproblemen in Geflügelbetrieben wird dringend eine tierärztliche Untersuchung empfohlen. Die verpflichtende Meldung von tot aufgefundenen wildlebenden Wasservögeln und Greifvögeln bei der lokal zuständigen Veterinärbehörde (Amtstierarzt/Amtstierärztin) ist ebenfalls für die Früherkennung der Vorhandensein des Erregers wichtig. 

Weiterführende Informationen zur aktuellen Situation in Österreich finden sich auf der AGES-Homepage: Aviäre Influenza

Einen wöchentlich aktualisierten Überblick über die Lage in Europa auf Basis der Tierseuchenmeldungen über das EU ADIS (Animal Disease Information System) findet sich hier.

Weitere Informationen über die aktuelle Lage und Risikoeinschätzung findet sich im Tierseuchenradar .


Was ist die Aviäre Influenza

Die Aviäre Influenza (Geflügelpest, Vogelgrippe) ist eine akute, hochansteckende, fieberhaft verlaufende Viruserkrankung der Vögel. Hochempfänglich für den Virus sind Hühner, Puten und zahlreiche wildlebende Vogelarten. Enten, Gänse und Tauben erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung. Nähere Informationen zur Krankheit siehe AGES.

Symptome bei Geflügel

Geflügelhalter sollten bei folgenden Symptomen an die Aviäre Influenza denken:

  • Massenerkrankung
  • Hohe Sterblichkeit bei Hühnervögeln
  • Schwere respiratorische Symptome (Atemnot)
  • Grünlich wässriger Durchfall
  • Blutungen an Innenorganen, Kammspitzen und Ständern
  • Ödeme (Anschwellung) im Kopfbereich
  • Ausgeprägter Rückgang der Legeleistung
  • Deutlich reduzierte Wasser- und Futteraufnahme
  • Mattigkeit
  • Fieber

Um bei diesen Symptomen Geflügelpest ausschließen zu können, ist die lokal zuständige Veterinärbehörde zu informieren. 

Präventionsmaßnahmen

  • Allgemeine Meldepflicht von tot aufgefundenen Wasser- und Greifvögeln bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde mit anschließender Untersuchung auf den Erreger der Geflügelpest
  • Anzeigepflicht von Verdachtsfällen bei Geflügel. Jeder Verdacht muss der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt gemeldet werden. 
  • Aktives Überwachungsprogramm beim Geflügel zur Früherkennung allfälliger Ausbrüche
  • Biosicherheitsmaßnahmen auf Betrieben zur Verhinderung der Einschleppung des Erregers


Behördliche Maßnahmen bei Ausbruch in einem Betrieb

  • Sperre des betroffenen Betriebes
  • Keulung aller empfänglichen Tiere im Seuchenbetrieb
  • Unschädliche Beseitigung der Tierkadaver
  • Etablierung einer Schutzzone (Mindestradius 3 km um den Seuchenbetrieb) und einer Überwachungszone (Mindestradius 10 km um den Seuchenbetrieb) und Untersuchung aller geflügelhaltenden Betriebe in den Zonen
  • Handelsrestriktionen


Gesetzliche Grundlagen zur Prävention, Überwachung und Bekämpfung

  • Geflügelpest-Verordnung
  • HPAI-Wildvogel-Geflügelpestverordnung
  • EU Tiergesundheitsrecht


Weitere Informationen 

Krisenplan zur Bekämpfung der Geflügelpest (Login erforderlich)
Information - Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in privaten Haltungen Stand: Jänner 2020
Informationen der AGES zu Geflügelpest 

Geflügelpest-Verordnung 2007

(zuletzt aktualisiert 09.11.2021)